Selbstverständnis und allgemeine Zielsetzung

Unter der Prämisse, aktiv und ohne Kontrollabsicht und Besserwisserei das Gespräch mit allen, an Fußballgroßveranstaltungen Beteiligten zu suchen und Lösungsmöglichkeiten vorhandener Probleme zu erarbeiten, wurde am 03.09.1987 das Fan-Projekt Dortmund e.V. gegründet.

Die Finanzierung wird durch das Land NRW, die Stadt Dortmund und die Deutsche Fußball Liga sichergestellt.
Die Grundlagen der pädagogischen Arbeit orientieren sich an den aktuellen Jugendgesetzen sowie am "Nationalen Konzept Sport und Sicherheit". Im Gegensatz dazu, lediglich auf strafbare Handlungen Jugendlicher im Umfeld
des Profifußballs zu reagieren, bestimmt ein entscheidender Grundsatz die sozialpädagogische Arbeit mit Fußballfans.


Das Fan-Projekt Dortmund e.V. geht auf Ursachen abweichenden Verhaltens bei jungen Menschen ein, um gemeinsam mit ihnen Lösungsansätze vorhandener Probleme zu finden und langfristig Straffälligkeit vorzubeugen.
Als weitere Ziele des Fan-Projekts bezeichnen die pädagogischen MitarbeiterInnen die Steigerung von Selbstwertgefühl und Verhaltenssicherheit bei jungen Fans,
 die Förderung der Selbstregulierungsmechanismen in der Dortmunder Fanszene sowie die Stabilisierung neuer Fan–Gruppierungen.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Abbau extremistischer Orientierungen, Vorurteilen, Feindbildern und speziell eventuell vorhandener Ausländerfeindlichkeit.

Das Fan-Projekt Dortmund e.V. versteht sich überdies als Drehpunkteinrichtung für Fußballfans in Dortmund.

Arbeitsebenen

Die Arbeit des Fan-Projekt Dortmund, die Teil der kommunalen Jugendarbeit ist,
lässt sich in 7 Ebenen darstellen:

>  Streetwork  

Begleitung der Fans zu den Heim- und Auswärtsspielen sowie Besuche an ihren Treffpunkten, um die Lebenswelt der Fans mit ihren spezifischen Bedürfnissen zu erreichen, Kontakte zu knüpfen, ihre Situation einschätzen zu können, bei Problemen zu helfen und Angebote zu offerieren.

> Offene Jugendarbeit  

Den Fans werden verschiedenste Möglichkeiten für eigene Aktivitäten, Freizeitbeschäftigung und Weiterbildung angeboten.

Wir veranstalten:


Jugendbildungsangebote im BVB-Lernzentrum,
Fußballturniere (wie z.B. die Südtribünenmeisterschaft und der legendäre „Brinkhoffs Cup“),
Fantreffen vor nationalen und internationalen Spielen,
Rahmenprogramme zur EM & WM,
Bildungsfahrten (u.a. Politische Bildungsfahrt nach Berlin, Gedenkstättenfahrten, Fahrten zur Mondiali Antirazzisti)


und öffnen regelmäßig den Fan-Laden in der Dudenstraße sowie den Fan–Point auf der ersten Verteilerebene hinter der Südtribüne als Infobörse und Treffpunkt für Fanclubabende, Spielertreffen u.v.m.

> Moderation und Kooperation  

Das Fan-Projekt vermittelt zwischen der "Welt der Fans" und der "Welt der Erwachsenen", wie beispielsweise gegenüber Borussia Dortmund, der Polizei, dem Sicherheitsdienst, verschiedensten Ämtern und den Medien.

> Hilfe zur Selbsthilfe  

Wir unterstützen die Aktivitäten der Fans (bei Choreografien, Fan-Clubaktivitäten, Turnieren, Treffen, Veranstaltungen) um das Selbstwertgefühl und die Vertrauenssicherheit der Fans im Rahmen von Selbstregulierungsmechanismen zu steigern.

> Einzelfallhilfe  


Bei uns finden die Fans mit ihren Sorgen oder Nöten Gehör und werden bei Bedarf an entsprechende fachliche Einrichtungen vermittelt (weitere Infos dazu unter Beratung).

> Prävention  

Mit unseren betreuten Auswärtsfahrten ohne Alkohol und Nikotin für BVB–Fans unter 18 Jahren sowie den dazugehörigen regelmäßigen Aktivitäten geben wir der „Young Generation Dortmund" die Möglichkeit, Spiele des BVB unter pädagogischer Betreuung zu besuchen. Weiterhin gibt es zahlreiche Angebote zur Rassismusprävention (Streetkick, Bildungsfahrten, etc.)

> Öffentlichkeitsarbeit 


Die Arbeit des Fan-Projekts als Stimme einer Subkultur beinhaltet die Arbeit mit den unterschiedlichsten Medien, Vorträge an Schulen, Hochschulen und weiteren Bildungseinrichtungen sowie die Teilnahme an Tagungen und Podiumsdiskussionen.

 

Was wir nicht machen:

Die kontrollierende und repressive Arbeit ist nicht Teil des Fan–Projekts, sondern bleibt wie bisher eine Aufgabe der Polizei und Justiz.