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Montag | 22. Mai 2017 | 14:33

Stellungnahme zu den Ereignissen des 20.05.2017 an den Räumlichkeiten des Fan-Projekts Dortmund e.V.

 

Seit 1988 arbeitet das Fan-Projekt Dortmund e.V. als anerkannte Drehpunkteinrichtung für junge Fußballfans in unserer Stadt. Die pädagogischen Mitarbeiter fungieren hierbei als Ansprechpartner und Vermittler für Fans und Institutionen rund um den Profifußball, natürlich auch für die Polizei. Von Anfang an gelten die Räumlichkeiten des Fan-Projekts in der Dudenstr. als allseits anerkannter, geschützter Raum für Fußballfans, der von allen Seiten vorbehaltlos akzeptiert wird.

Wir kennen nicht die Schwere der Straftaten, die den jungen Fans am 20.05.2017 vorgeworfen wurden und die dazu führten, dass ein derartiger Polizeieinsatz vor und in den o.g. Räumlichkeiten durchgeführt wurde. Laut Polizeibericht handelt es sich um das Zünden von Pyrotechnik sowie Widerstand und Beleidigungsdelikte.

Ab 11 Uhr waren, wie vor jedem Heimspiel des BVB, unsere Räumlichkeiten für Fans geöffnet. Gegen 13:30 Uhr konnten wir eine Ansammlung von ca. 70 weiteren jungen Ultras in der Dudenstr. beobachten, die offensichtlich bei uns Zuflucht suchten und von der Polizei massiv verfolgt wurden.
Im Zuge der darauffolgenden Einkesselung setzten einige Polizeibeamte vehement ihr mitgeführtes Pfefferspray und Schlagstöcke ein und machten auch nicht Halt vor den anwesenden Pädagogen des Fan-Projekts. Selbst innerhalb der pädagogisch genutzten Räume gefährdeten sie auch andere unbeteiligte Fans, darunter Frauen und Kinder, durch das Reizgas. Solch eine Aktion hat es seit Bestehen dieser pädagogischen Einrichtung für Fußballfans noch nie gegeben!

Völlig unverständlich bleibt in diesem Zusammenhang, warum die Polizei die Mitarbeiter des Fan-Projekts daran hinderte, ihre Rolle als Kommunikator und Vermittler zwischen den Parteien auszuüben. Mit Befremden mussten wir feststellen, dass selbst offizielle DFL-Dienstausweise keinen Einfluss auf das Verhalten der Polizeibeamten hatten.

Erst durch das Auftreten der szenekundigen Beamten und eines Rechtsanwalts war es den Mitarbeitern des Fan-Projekts möglich, aktiv am Dialog teilzunehmen und somit die Gesamtsituation ein wenig zu deeskalieren.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass ein angemessener, professioneller und vertrauensvoller Umgang mit dieser extremen und schwierigen Situation sicherlich mehr dazu beigetragen hätte, das Vertrauen der jungen Fans in die Rechtstaatlichkeit zu fördern.

Fan-Projekt Dortmund e.V. am 22.05.2017

 

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